Das Buch bei Rowohlt
Grüezi, Moin, Servus!Wie wir wo sprechen, und was sich bei den Jüngeren ändert
Im Sprachquiz von Tages-Anzeiger und Spiegel Online haben Teilnehmende zwischen 2015 und 2018 826'135 Mal angegeben, welches Wort sie bei 24 Fragen aus dem Alltag verwenden und wie sie es aussprechen. Die Karten zeigen, wo welche Variante gilt; der Zeitregler zeigt, wie sie sich von den Jahrgängen 1945 bis 2000 verschiebt.
Wandel über die Jahrgänge
Anteil pro Variante nach Geburtsjahr, im ganzen Gebiet
Werte als Tabelle
Wo welche Variante gilt
Eine Karte pro Variante, alle auf derselben Skala von 0 bis 100%. Je kräftiger die Farbe, desto höher der Anteil. Die Karten laufen mit dem Jahrgang-Regler mit; ein Klick zeigt die Variante gross.
So entstehen die Karten
Daten. Sprachquiz «Grüezi, Moin, Servus» von Tages-Anzeiger und Spiegel Online, aufbauend auf dem Atlas zur deutschen Alltagssprache. Ausgewertet sind 826’135 Teilnahmen von 2015 bis 2018 (78% davon 2015), bei denen der eigene Dialektort auf der Karte angeklickt wurde.
Zeit. Der Regler zeigt das Geburtsjahr. Da fast alle innerhalb weniger Jahre mitgemacht haben, deuten Unterschiede zwischen den Jahrgängen auf Sprachwandel hin (apparent time).
Karte. Jeder Wert ist ein Anteil der Antworten aus der Umgebung und aus benachbarten Jahrgängen, gewichtet nach Distanz und Altersabstand und nur innerhalb eines Landes. Der Umkreis wächst, bis gewichtet rund 120 Antworten beisammen sind (5 bis 160 km). Wie im Buch: Je kräftiger die Farbe, desto klarer führt die Variante.
Grenzen.
- Nicht jeder Jahrgang ist gleich gut belegt: Für 1945 gibt es rund 2'200 Teilnahmen, für 1990 über 35'000. Wo Daten fehlen, muss die Karte weiter ausholen (1945 im Mittel rund 17 km, 1975 bis 1990 rund 5 km). Karten früher Jahrgänge sind deshalb gröber, und mehr Flächen erscheinen blass. Das N neben der Jahreszahl zeigt, wie viele Teilnahmen es pro Jahrgang gibt.
- Unterschiede zwischen Jung und Alt sind ein Hinweis auf Wandel, kein Beweis: Manches sagt man je nach Lebensalter anders.
- Online-Quiz, keine repräsentative Stichprobe. Jüngere sind stark vertreten, die Hälfte der Teilnahmen stammt von Personen unter 32 Jahren.
- Gezählt sind Teilnahmen, nicht Personen: Wer mehrmals mitgemacht hat, zählt mehrmals. Der Ort ist der angeklickte Dialektort, nicht unbedingt der Wohnort.
- Kleine Gebiete wie Liechtenstein, Ostbelgien und Südtirol haben wenige Antworten. Anteile beziehen sich auf die Antwortoptionen des Quiz; seltene Varianten stehen unter «Weitere».
«Grüezi, Moin, Servus» stammt von
Weitere Mitwirkende 2015
- Marie-José Kolly, Kartenauswahl und Datenaufbereitung; heute Republik (2015: Université de Paris-Sud)
- Sarah Grimm, Erkennungsalgorithmus (2015: ETH Zürich)
- Sylvain Robert, Erkennungsalgorithmus; heute Data Scientist (2015: ETH Zürich)
- Daniel Wanitsch, App (iOS und Android); iBros.ch GmbH
- Marc Brupbacher, Koordination; heute Tamedia, Co-Leiter Daten & Interaktiv (2015: Tages-Anzeiger)
- Christina Elmer, Koordination; heute TU Dortmund, Professorin für Datenjournalismus (2015: Spiegel Online)
- Jürg Fleischer, wissenschaftlicher Beirat; heute Humboldt-Universität zu Berlin (2015: Universität Marburg)
- Roland Kehrein, wissenschaftlicher Beirat; Deutscher Sprachatlas, Universität Marburg
Rollen laut Impressum der Webausgabe 2015, ergänzt um die App-Entwicklung; heutige Stellen Stand Oktober 2026. Atlas zur deutschen Alltagssprache: atlas-alltagssprache.de. Buch: Leemann, Elspaß, Möller, Grossenbacher, Grüezi, Moin, Servus! Wie wir wo sprechen (Rowohlt, 2018). Farben und Kartenstil nach den Buchkarten von Timo Grossenbacher (Methode). Aufbau dieser Seite nach Evolving Dialects (Burridge und Vaux).